Live dabei Ski amadé in Salzburg
Blick auf den See im Sommer in Zauchensee
09.Jul.2020

Yoga am Berg: Entspannen und Krafttanken auf knapp 2.000 m Seehöhe

Durchatmen, Loslassen, zu sich Finden: Beim Yoga geht es vor allem darum, den Stress und die Einflüsse des Alltags bewusst auszublenden und den Blick wieder nach innen zu richten. In Zauchensee finden jeden Mittwoch im Juli und August bei trockenem Wetter Yogakurse am Berg statt. Wir haben mit der Yoga-Lehrerin Carina Breitfuß über das Besondere beim „Yoga am Berg“ gesprochen.

Der glitzernd-blaue Seekarsee, die imposante Kulisse der Radstädter Tauern und die klare, nach Bergkräutern duftende Luft machen Yoga am Berg zu einer ganz besonderen Erfahrung. Die Kurse werden von erfahrenen Yoginis (Yogini = weibliche Yogi, Yoga-Praktizierende) wie Carina Breitfuß geleitet. Carina erzählt uns heute von ihren Erfahrungen als Yogini – und warum sie durch Yoga ein anderer Mensch geworden ist.

Carina, erzählst du ein bisschen mehr über „Yoga am Berg“?

Die Kurse finden jeden Mittwoch im Juli und August bei trockenem Wetter statt. Wir treffen uns um 8:45 Uhr in der Weltcuparena und fahren gemeinsam mit der Gamskogelbahn auf den Berg hinauf. Bei Bedarf kann sich jeder Teilnehmer eine Yogamatte und Decke in der Weltcuparena ausleihen. Nach einem kurzen Spaziergang von der Bergstation der Bahn zum Seekarsee beginnt um ca. 9:30 Uhr unsere Yogaeinheit, die bis ca. 11 Uhr dauert. Im Anschluss gehen wir gemeinsam auf die Gamskogelhütte, wo uns eine Vitaljause zur Stärkung erwartet. Wer will, kann danach mit der Sesselbahn wieder ins Tal fahren oder zu einer Wanderung aufbrechen. Von der Gamskogelhütte aus starten ein paar wunderschöne Bergtouren mit unterschiedlicher Länge und verschiedenen Schwierigkeitsgraden. 

Besonders nett finde ich, dass sich die Teilnehmer und ich schon beim Hochfahren mit der Gamskogelbahn kennenlernen. Auch bei der gemeinsamen Einkehr auf der Gamskogelhütte kommen wir untereinander immer ins Gespräch. Wir tauschen uns vor allem über unsere Erfahrungen beim „Yoga am Berg“ aus und teilen unsere Erlebnisse mit Yoga generell. Man lernt dabei sehr interessante Menschen kennen!

Was bedeutet Yoga für dich?

Vor allem sich selber zu spüren. Gerade in der heutigen Welt mit Social Media, Stress und vielen äußeren Ablenkungen ist es wichtig, zu seinen Wurzeln zu finden und auf den Körper zu hören. Yoga hilft dabei, weniger zu denken und mehr zu spüren.

Seit wann machst du Yoga und wie bist du dazu gekommen?

Ich praktiziere Yoga seit sieben Jahren. Meine Schwester hat mich damals gefragt, ob ich mit ihr einen Kurs besuche. Ich wusste zu dem Zeitpunkt kaum über Yoga Bescheid und dachte, es geht vor allem um Dehnungsübungen und darum, beweglicher zu werden. Da ich prinzipiell ein sehr offener Mensch bin, habe ich es einfach ausprobiert und schnell entdeckt, dass das Körperliche nur eine Seite vom Yoga ist. Vor allem geht es darum, zu sich finden, zur Ruhe kommen und ums Meditieren. Zu lernen, nicht nur auf der Yoga-Matte, sondern auch im Alltag wenn es stressig ist, tief durchzuatmen und bei sich zu bleiben. Yoga ist eine Lebenseinstellung: Seit ich Yoga mache, fühlt sich mein Körper besser an und ich bin ruhiger und viel geduldiger geworden.

Seit wann bist du Yoga-Lehrerin?

Ich habe 2018 meine Ausbildung in Salzburg abgeschlossen und bin seither zertifizierte Yoga-Lehrerin.

Welche Arten von Yoga unterrichtest du?

Ich habe mich auf das bekannte Hatha Yoga spezialisiert, das ich auch beim Yoga am Berg praktiziere. Mein Ziel ist, dass die Kursteilnehmer über Asanas, also Körperübungen, zur Entspannung und inneren Einkehr gelangen. Meine Kurse sind entsprechend aufgebaut: Wir beginnen zum Ankommen mit einer Anfangsmeditation und starten mit leichten Aufwärmübungen, bevor die Asanas oder Flows (Kombination einzelner Asanas) beginnen. Das Ende bildet eine Phase der Entspannung, bei der unsere Aufmerksamkeit in unser Inneres gerichtet wird.

Was ist das Besondere beim Yoga in der freien Natur?

Das wirklich Besondere ist die Verbundenheit zur Natur: Das bewusste und intensive Spüren von Wind und Sonne auf der Haut oder der Wiese unter den Füßen. Wir fahren in der Früh, wenn noch nichts los ist, mit der Gamskogelbahn auf den Berg. Schon dabei kann man entschleunigen, die Aussicht genießen, das Zwitschern der Vögel hören. Beim Berggehen geht es heutzutage oft nur noch um die Zeit, die man bis auf den Gipfel braucht. Beim Yoga erlebt man den Berg und sich selbst ganz anders: Es geht um Achtsamkeit, bewusstes Spüren, bewusst die Aufmerksamkeit zu fokussieren.

Üblicherweise sitze ich beim Yoga im Zimmer auf der Yogamatte und habe keine Ablenkung. In der freien Natur aber nehme ich meine Umgebung wahr, sei es das Rauschen des Windes, die Stimmen von Wanderern oder sonstiges. Dennoch lerne ich, mich auf mich selbst zu konzentrieren, auf meinen Körper, meine Atmung, meine Gedanken. Die Umwelt wird zunehmend zur Hintergrundmusik. Das ist auch ein wertvolles Rüstzeug für den Alltag: Wenn es stressig ist, nehme ich mir einen Moment für mich und entspanne mit einem tiefen Atemzug.

Ist Yoga für jeden geeignet?

Ja. Beim Yoga gibt es kein zu jung, zu alt, zu unbeweglich. Mein Motto ist: Wenn du atmen kannst, kannst du auch Yoga machen. Die Art und Weise bleibt jedem selbst überlassen. Die einen starten erst mit sportlicheren Übungen und entspannen danach, die anderen starten gleich ganz entspannt. Yoga bietet viele Möglichkeiten.

Was muss ich als Anfänger beachten?

Das wichtigste Prinzip von Yoga ist Ahimsa, das Nicht-Verletzen. Weder sich selbst noch andere. Yoga kommt aus Indien und damit aus einem Kulturkreis, in dem die Leute anders beweglich sind als wir Westeuropäer. Bezogen auf jede Asana bedeutet das: Sobald es weh tut, gehe ich sofort aus der Übung heraus. Beim Yoga geht es darum, sich gut zu fühlen, nicht darum, sich möglichst stark zu verbiegen. Übungen gehören dazu, aber der Sinn ist Meditation. Die Körperübungen sind dafür die Vorbereitung. Die Grundregel ist: Ich muss immer in mich hineinspüren, wie mir etwas taugt.

Brauche ich Vorkenntnisse für das Yoga am Berg?

Überhaupt nicht, die Kurse sind für jeden geeignet.

Können auch Kinder an den Kursen teilnehmen?

Prinzipiell ja. Ein Kurs dauert 60 bis 90 Minuten, ein Kind sollte sich für diese Dauer konzentrieren können.

Liebe Carina, wir danken dir für das Gespräch und wünschen dir viel Freude mit deinen „Yoga am Berg“-Kursen in Zauchensee!

Weitere Informationen über „Yoga am Berg“ findet ihr hier.

Über Carina Breitfuß:

Carina ist 26 Jahre alt und arbeitet im Tourismusverband St. Johann. In ihrer Freizeit ist sie viel in den Bergen unterwegs, geht Klettern und Wandern. Beim Sport und in der Arbeit powert sich Carina gerne aus – Yoga hilft ihr dabei, die Seele wiederaufzuladen. Mehr über Carina erfahrt ihr auf ihrer Website: yogini-carina.at

 

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