Live dabei Ski amadé in Salzburg
Zauchensee in Schnee gehüllt
13.Aug.2020

Wandertipp: So beugt ihr Blasen an den Füßen vor

Blasen sind zwar klein, können aber jeden Schritt zur Qual machen. Daher ist die Vorsorge, dass sich keine schmerzhaften Blasen entwickeln, umso wichtiger. Das Gute ist: Das funktioniert relativ einfach.

Warum entstehen Blasen überhaupt?

Es ist die Kombination aus Reibung, Wärme und Feuchtigkeit, die zur Entstehung von Blasen führen kann. Warm wird es im Schuh, wenn wir Sport machen oder die Außentemperaturen hoch sind. In der Regel schwitzen wir in beiden Fällen auch, was den Faktor Feuchtigkeit darstellt. Reibung entsteht ganz automatisch bei jeder Bewegung. Steckt unser Fuß in einem eher steifen Wanderschuh, scheuert dieser oder ein verrutschender Socken ständig an derselben Hautstelle. Als Reaktion darauf bildet unser Körper eine flüssigkeitsgefüllte Blase. Sie verursacht bereits einen Druckschmerz – und echte Qualen, wenn sie platzt und die Stelle am Fuß offen ist.

So vermeidet ihr die Entstehung von Blasen an den Füßen

  • Passende Schuhe. Besonders bei Wanderschuhen gilt: Sie sollen passen wie angegossen. Design, Farbe, Marke, was auch immer, zählt nicht, wenn der Schuh nicht perfekt passt. Allerdings findet ihr das nicht gleich beim Anprobieren im Sportartikelgeschäft eures Vertrauens heraus – und schon gar nicht, wenn ihr den Schuh online kauft. Daher empfiehlt es sich immer, ein neu gekauftes Paar Wanderschuhe vor der ersten Bergtour zuhause anzuziehen oder damit kurze Spaziergänge zu machen. So entdeckt ihr schnell, ob Druckstellen vorhanden sind und Passform sowie Größe richtig sind. Vor allem hohe und stoßfeste Bergschuhe sind oft sehr steif und wenig atmungsaktiv. Sie sollen schließlich eurem Fuß in steilem und felsigem Gelände Halt und Sicherheit bieten. Hier könnt ihr euren Füßen Erleichterung verschaffen, wenn ihr für den oft leichteren Zu- und Abstieg weichere Wanderschuhe zum Wechseln mitnehmt.
     
  • Schuhe richtig schnüren. Eure Schuhe müssen vor allem an der Ferse festsitzen und dürfen insbesondere beim Bergaufgehen nicht rutschen. Beim Schnüren achtet ihr darauf, dass die Ferse sitzt, wo sie sein soll. Gegebenenfalls bleibt ihr einfach mehrmals stehen, damit ihr nachschnüren könnt. Einen tollen Überblick über verschiedene Schnürtechniken für Wanderschuhe findet hier.
     
  • In Pausen Schuhe ausziehen. Eine Rast während eurer Wanderung eignet sich ideal dafür, um die Schuhe kurz auszuziehen und den Fuß „auslüften“ zu lassen. Achtet darauf, dass euer Rastplatz sicher und trocken ist. Eure Schuhe sollen nach dem Ausziehen schließlich nicht den Hang hinunterkollern und ihr sollt auch nicht mit Socken auf nassen Boden treten. Wer will, kann bei der Gelegenheit auch die Socken ausziehen, zurechtrücken oder gegen ein frisches Paar tauschen. Während einer längeren Rast im Sommer könnt ihr eure Socken auch einfach in die Sonne legen, dann trocken sie recht schnell.
     
  • Die richtigen Socken wählen. Natürlich steckt man nicht barfuß im Wanderschuh – auch die Socken können über „Blase oder keine Blase“ entscheiden. Im Wanderschuh sollen die Socken so eng wie möglich sitzen. Es gibt dafür eigene Wandersocken, die an den richtigen Stellen sowohl eng als auch gepolstert sind. Auch Kompressionssocken, die im Laufsport der aktuelle Hype sind, können beim Wandern gute Dienste leisten. Wichtig ist: Der Socken darf nicht verrutschen und muss Feuchtigkeit ableiten können. Viele Wandersocken sind aus Merinowolle, weil das Material von Natur aus Schweiß aufnehmen und nach außen abgeben kann. Außerdem ist Merinowolle antibakteriell und verhindert die Entstehung von nicht so angenehmen Gerüchen.
     
  • Hirschtalgcreme oder Vaseline auftragen. Gerade bei längeren Touren oder wenn ihr nicht so häufig wandert, kann es hilfreich sein, die Füße mit Hirschtalgcreme oder Vaseline einzucremen, bevor ihr Socken und Schuhe schlüpft. Dadurch wird die Haut geschmeidig und ihr schützt sie davor, wundgerieben zu werden.
     
  • Tapes oder Blasenpflaster als Vorbeugung. Wenn ihr bereits wisst, dass ihr empfindliche Stellen habt, die zur Blasenbildung neigen, könnt ihr sie bereits vorab mit einem Blasenpflaster oder einem Tape abkleben. So findet die Reibung nicht direkt auf der Haut statt, sondern auf dem Tape oder dem Pflaster. Achtet beim Aufkleben darauf, dass die Stelle am Fuß trocken und sauber ist. Ein Tape soll keine Falten bilden, das kann nämlich ebenfalls Blasen hervorrufen. Die Ränder des Tapes sollten außerdem an wenig beanspruchten Stellen liegen.
     
  • Auf den Körper hören. Blasen kündigen sich an, bevor sie entstehen. Bemerkt ihr ein Stechen, einen punktuellen Druck oder ein anhaltendes Zwicken, macht eine Pause, zieht euren Schuh aus und prüft, ob der Socken verrutscht oder ein Steinchen in den Schuh gelangt ist. Lasst euren Fuß trocknen, zieht den Socken wieder an und schlüpft zurück in euren Schuh. Wenn der Druckschmerz nicht verschwunden ist, bringt lieber gleich ein Blasenpflaster an, um der Wundreibung vorzubeugen.

Was tun bei Blasen?

Wenn trotz aller Vorsicht eine Blase entstanden ist, könnt ihr sie je nach Größe verschieden behandeln:

Kleinere Blasen braucht ihr nicht öffnen. Die Haut über der Blase ist intakt und schützt vor Infektionen. Um die Reibung zu verringern, könnt ihr ein Pflaster, ein Stück Tape oder ein Blasenpflaster über die Blase kleben. Blasenpflaster mit Hydrokolloid-Technologie sind ideal geeignet, weil sie Wundsekret aufnehmen und binden, falls die Blase von selbst aufplatzt. Ein Blasenpflaster tauscht ihr erst aus, wenn es sich von selbst abgelöst hat.

Größere Blasen, die unter Spannung stehen, könnt ihr aufstechen, wenn es sich um oberflächliche Blasen handelt. Dazu desinfiziert ihr eine saubere Nadel (z.B. Stecknadel) mit verdünntem Alkohol oder Desinfektionsmittel und stecht damit vorsichtig in die Blase – nur so tief, dass ihr durch die Blasenhaut kommt und die Flüssigkeit abfließen kann. Anschließend klebt ihr ein Pflaster oder Blasenpflaster darüber. Wenn ihr euch für ein normales Pflaster entscheidet, könnt ihr es in der Nacht abnehmen, damit die Stelle trocknen kann. Das beschleunigt den Heilungsprozess.

Offene Blasen, die bereits aufgeplatzt sind, sind besonders schmerzhaft. Damit sie sich nicht entzünden, reinigt ihr die wunde Stelle und bringt ein antiseptisches Spray auf. Die offene Stelle schützt ihr mit einem Pflaster, das ihr regelmäßig erneuert.

Tipp: Falls euch die Füße nach eurer Wandertour in Zauchensee doch einmal weh tun, könnt ihr bequem mit der Gamskogelbahn ins Tal fahren. Die Sesselbahn fährt bis voraussichtlich 20. September täglich außer bei Regen von 9 bis 12 Uhr und von 13 bis 16 Uhr. Hier findet ihr alle aktuellen Infos zur Gamskogelbahn.

Also: Ab nach Zauchensee, rein in eure Wanderschuhe und rauf auf die Berge! Wir freuen uns auf euch!

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