Live dabei Ski amadé in Salzburg
Kanten in den Hang und geschwungen
08.Aug.2019

Gut gerüstet für jede Wanderung

Wanderer umgeben von der Natur in Zauchensee

Egal, welches Alter oder welcher Fitnessgrad: Wandern kann jeder, der im Alltag sicher auf seinen zwei Beinen unterwegs ist – einer der vielen Vorzüge dieser Sportart. Dennoch ist eine gute Vorbereitung nötig, um die Freude an der Bewegung in der freien Natur und die eigene Sicherheit zu erhöhen.


Wir haben für euch deshalb die wichtigsten Tipps für die Vorbereitung und nützliche Ratschläge für eure Zeit am Berg zusammengestellt.

  1. Planung ist alles

Die wichtigste Regel lautet: Falscher Ehrgeiz hat am Berg nichts zu suchen! Plant eure Tour ehrlich nach eurer Fitness und nach jener eurer Begleiter. Das gilt vor allem, wenn Kinder mit dabei sind. Sicherheit geht vor und wer die Wanderung genießen kann, hat auch mehr Spaß daran. Mit zunehmender Erfahrung könnt ihr euch hinsichtlich Schwierigkeit, Länge usw. steigern und auf euren Fortschritt stolz sein.

Bei der Auswahl eurer Wanderroute solltet ihr nicht nur Dauer und Länge kennen, sondern auch die Wegbeschaffenheit und den Schwierigkeitsgrad. Es gibt Touren, die überwiegend gut zu begehen sind, aber ein oder zwei Schlüsselstellen haben, die Kinder oder Anfänger überfordern. Gerade bei Gebieten, in denen ihr noch nie wart oder euch nicht so gut auskennt, ist es zudem ratsam, Strecken zu wählen, die gut ausgeschildert und markiert sind.

Plant eure Tour auch entsprechend der Jahreszeit und der Tageslänge. Lieber kehrt ihr gegen Ende der Tour noch auf eine Belohnungsjause in einer Hütte ein, als von der Dämmerung überrascht zu werden und bei schlechter Sicht absteigen zu müssen.

  1. Lieber gemeinsam als einsam

Wir empfehlen, wenn möglich, Bergtouren nicht alleine zu machen. Gemeinsam ist die Tour abwechslungsreicher und im Notfall ist jemand bei euch, um zu helfen und einen Notruf abzusetzen. Wenn ihr doch einmal alleine startet, gebt bitte jemanden (Familie, Freunde, in der Unterkunft, ...) Bescheid, wo ihr unterwegs seid, wie lange eure Wanderung dauert und wann ihr wieder zurück (daheim oder in der Unterkunft) sein wollt.

  1. Wetterfrösche im Vorteil

Vor allem im Gebirge ist es wichtig, das Wetter zu kennen. Wanderer können heute dank Internet, Apps usw. auf zahlreiche Möglichkeiten der Wettervorhersage zugreifen. Dennoch kann das Wetter in den Bergen oft schneller umschlagen als prognostiziert. Vorhersagen, die weiter als drei Tage reichen, sollten generell mit Vorsicht genossen werden. Vor allem im Sommer wird die Gewittergefahr oft unterschätzt. Achtet während der Wanderung auf Wetterzeichen wie Wolken, Wind und Temperatur. Wenn ihr hier starke Veränderungen bemerkt, ist es klüger, die Route zu überdenken, abzubrechen oder früher umzukehren.

  1. Ausrüstung: Mehr ist mehr

Pflichtbestückung in eurem Wanderrucksack sollten ein Regenschutz, ein wärmendes Kleidungsstück, Sonnenschutz (Creme, Sonnenbrille, ...) und eine Kopfbedeckung (je nach Jahreszeit Kappe oder Haube/Stirnband) sein. Die Kleidung, die ihr zum Wandern tragt, sollte aus leichtem, atmungsaktivem Material bestehen, das Feuchtigkeit entweder nach außen leitet oder gut aufsaugt (Gore Tex oder Baumwolle). Feste Schuhe, die bis über den Knöchel gehen, je nach Jahreszeit und Route wasserdicht, mit stabiler und griffiger Sohle sind im alpinen Gelände sehr wichtig. So habt ihr guten Halt, verhindert Umknicken und seid vor Steinen und Felsen geschützt. Wichtig: Nie mit ganz neuen, ungetragenen Schuhen gehen! Zieht eure neuen Schuhe unbedingt vor der ersten Tour ein paar Mal zuhause an, um auf mögliche Druckstellen aufmerksam zu werden!

Handys oder GPS-Geräte sollten voll aufgeladen sein (oder ihr habt eine Powerbank mit). Ein Notfallset mit Blasenpflaster, Verbandszeug, Kreislauftropfen oder Traubenzucker sollte immer mit dabei sein.

Wanderstöcke können vor allem für Anfänger hilfreich sein, weil sie Stabilität und Gleichgewicht beim Gehen unterstützen. Achtet hier unbedingt auf höhenverstellbare Stöcke, die ihr dem Gelände anpassen und auch im/am Rucksack verstauen könnt.

Ausreichend Flüssigkeit und Verpflegung mitnehmen! Packt lieber einen Müsliriegel mehr und eine zusätzliche Wasserflasche ein. Wer zu wenig trinkt, riskiert, unkonzentriert zu werden und Fehler zu machen.

Tipp: Wiederverwendbare Behältnisse verwenden, um eure Tour ein bisschen nachhaltiger zu gestalten. Mehr dazu lest ihr hier: Nachhaltig wandern.

  1. Der Schwächste bestimmt das Tempo!

Am Berg ist gegenseitige Rücksichtnahme ehernes Gesetz. Wählt ein kontinuierliches, lieber langsameres Tempo, welches den schwächsten Mitgliedern der Gruppe angepasst ist. Zu schnelles Gehen führt unweigerlich zu frühzeitiger Erschöpfung. Geht auch nie ans Äußerste eurer Kräfte – ihr könnt nie wissen, was euch noch bevorsteht und wo ihr eure Reserven noch braucht!

  1. Wegmarkierungen haben einen Sinn!

Nicht umsonst investieren Tourismusorte, Alpenvereine und viele freiwillige Helfer jedes Jahr viel Zeit und Mühe, um Wege begehbar zu halten und für übersichtliche Markierungen zu sorgen. Warum? Weil dadurch für jeden Wanderer Orientierung und Sicherheit gegeben sind. Dennoch solltet ihr bei Schneefeldern oder Nässe extra vorsichtig sein. Dank der Hinweisschilder erfahrt ihr zudem, ob es sich um einen leichten (blaue Markierung), mittleren (rote Markierung) oder schweren Weg (schwarze Markierung) handelt und wie viel Zeit ihr dafür braucht. Auf den markierten Wegen seid ihr vor Steinschlag und Abstürzen weitgehend geschützt und die empfindlichen Böden und Pflanzen im Gebirge werden vor zu starker Beanspruchung geschützt.

  1. Almen sind kein Streichelzoo!

Kühe sind süß, Kälber umso mehr. Eine Mutterkuh, die ihr Junges beschützt, aber keineswegs! Weidevieh lebt auf der Alm relativ ursprünglich und selbstbestimmt. Das heißt: Kühe, Pferde, Schafe und Ziegen haben gelernt, sich zu wehren, wenn ihnen etwas nicht passt. Das können Wanderer sein, die ihnen oder ihrem Nachwuchs zu nahe kommen oder Hunde, die trotz aller Domestikation bei Beutetieren Flucht- oder Schutzreflexe auslösen. Daher: Abstand halten, Hunde anleinen, zügig vorbeigehen und Blickkontakt vermeiden. Mehr über den richtigen Umgang mit Weidetieren erfahrt ihr hier.

  1. Im Fall des (Not-)Falls

Unfälle können immer passieren. Hier gilt wie in jeder Ausnahmesituation: Ruhe bewahren, Erstversorgung übernehmen, beim Verletzten bleiben und gut zureden. Parallel dazu könnt ihr einen Notruf absetzen oder andere Wanderer bitten, bei der nächsten Hütte oder Bergbahn Hilfe zu holen. Folgende Notrufnummern solltet ihr zur Vorsicht in eurem Handy speichern:

140 – die Nummer der Bergrettung ist österreichweit erreichbar. Wird der alpine Notruf ausgelöst, schickt die Einsatzzentrale nach Einschätzung der Lage die geeigneten Rettungskräfte der Bergrettung (Flugrettung bzw. Bodenrettungsmannschaft) los. Wichtig: Bitte an Ort und Stelle bleiben und den telefonischen Anweisungen der Retter folgen!

112 – der Euronotruf gilt europaweit und wird von vielen Mobiltelefonen als Notfall-Nummer angeboten. Um diesen Notruf abzusetzen, braucht ihr keine SIM-Karte, er funktioniert in JEDEM Mobilfunknetz (egal von welchem Anbieter) und das Handy muss auch nicht entsperrt werden. Wählt ihr diese Nummer, kommt ihr zur nächsten Sicherheitszentrale, in Österreich zum Polizeinotruf. Der Euro-Notruf 112 wird mit höchster Priorität behandelt. Wichtig: Niemals einfach so auflegen, sondern erst, wenn die Einsatzkräfte euch das OK dazu geben!

Mit dieser Checkliste seid ihr für kleine und große Abenteuer auf den Bergen auf jeden Fall gut vorbereitet. Wir wünschen euch viel Spaß auf eurer nächsten Wanderung in Zauchensee!

Schreiben Sie uns einen Kommentar
Webcams
Wetter
Heute
7°C
25.10.
10°C
26.10.
13°C