Live dabei Ski amadé in Salzburg
Mit der Morgensonne im Rücken unterwegs in Zauchensee
01.Aug.2019

Nachhaltig wandern

Nachhaltig wandern in Zauchensee

Wandern und die intakte, oft unberührte Natur der Alpen tun Körper, Geist und Seele gut. Vor allem auf den Bergen fällt uns das Durchatmen und das Abschalten leicht. Damit das so bleibt und wir alle die Kraft der Natur genießen können, sollten wir ihr jenen Respekt zollen, den sie verdient.

Wo sich Menschen bewegen, hinterlassen sie Spuren. Leider immer wieder in Form von PET-Flaschen, Verpackungsfolien, Zigarettenstummeln oder Taschentüchern. Das sieht zum einen nicht schön aus und ist zum anderen eine enorme Belastung für das empfindliche Ökosystem der Alpen. Bis Abfall verrottet ist, dauert es mehrere Jahre bis Jahrhunderte: Mit zunehmender Höhenlage, gibt es immer weniger Bakterien, die den Abfall biologisch abbauen können, da sie ab einer Temperatur um die 10 Grad ihre Aktivitäten einstellen.

Bleibende Erinnerungen

Konkret bedeutet das: Ein Kaugummi ist erst in fünf Jahren komplett verrottet, ein Zigarettenstummel braucht dafür zwei bis sieben Jahre, ein Taschentuch ein bis fünf Jahre, sogar eine Bananenschale ein bis drei Jahre. Richtig langlebig sind Plastiksäcke (120 Jahre), Aludosen (400 bis 600 Jahre), Babywindeln (500 bis 800 Jahre), Plastikflaschen (bis zu 1000 Jahre) und Glasflaschen (bis zu 50.000 Jahre). Dazu kommt, dass Müll auch gefährlich sein kann: Zigarettenfilter sind voll von giftigen Inhaltsstoffen, die nach dem Rauchen zurückbleiben. Mit jedem weggeworfenen Zigarettenstummel gelangen Teer, Nikotin und Schwefelrückstände in den empfindlichen Boden und den Wasserkreislauf. Schon eine Zigarette kann 40 bis 60 Liter sauberes Wasser verunreinigen. Glasscherben und Metalldosen können wiederum Menschen, Weide- und Wildtiere verletzen, ganz einfach durch versehentliches Drauftreten oder Verschlucken. Glasscherben können außerdem bei Sonneneinstrahlung durch den Lupeneffekt Brände auslösen.

Es kann so einfach sein

Ein umsichtiger Ausflug in der Berge ist keine Raketenwissenschaft. Jeder kann mit einfachsten Mitteln nachhaltig unterwegs sein: Es gibt wiederverwendbare Getränkeflaschen aus Edelstahl, Glas oder BPA-freiem Kunststoff in allen möglichen Styles und Größen, die ihr immer wieder verwenden könnt. Ebenso Jausenboxen, in die ihr euch Brote, Hartwürstel, Eier, Gemüse, was auch immer, packen könnt. Wer dennoch auf Einmalverpackungen nicht verzichten kann, steckt sie nach dem Genuss der darin mitgebrachten Köstlichkeiten einfach wieder ein. Zur Not einfach einen Plastiksack mitnehmen, in den ihr euren Abfall gebt und somit das Rucksackinnere sauber haltet (für Zigarettenstummel gibt es eigene Behälter, die zusätzlich den Geruch einschließen). Wer karmische Extrapunkte sammeln möchte, ist herzlich eingeladen, sich am Weg zu bücken und ein Stück Abfall mitzunehmen, das jemand anderer zurückgelassen hat!

Respekt vor der Natur

Verantwortungsvoll mit der alpinen Umwelt umzugehen, bedeutet sich auch in anderen Bereichen an den alpinen Knigge zu halten: Eure Wanderroute ist schließlich Lebensraum für Pflanzen, Wild- und Nutztiere und Erholungsraum für andere Mitmenschen. Wir haben die Benimmregeln der Berge für euch zusammengefasst:

  • Vermeidet Lärm im Wald– Wildtiere und andere Wanderer haben das Recht darauf, in Ruhe vor sich hinleben und -wandern zu können.
  • Vermeidet Toilettengänge in der Natur– Wie schon erwähnt, gibt es in höheren Lagen weniger Mikroorganismen, die menschliche Hinterlassenschaften jeglicher Art abbauen können. Wenn möglich also in eine Hütte einkehren oder vor/nach der Wanderung entsprechend erledigen. Im Fall des Falles bitte kompostierbares Toilettenpapier verwenden, ausreichend Abstand von Gewässern halten oder ggfs. eure Meisterwerke vergraben. So werden diese schneller zersetzt und ersparen nachkommenden Wanderern das sensorisch zweifelhafte Erlebnis.
  • Vermeidet mutwillige Beschädigungen– Wege abzukürzen mag bei müden Beinen verlockend sein, macht aber den dünnen Waldboden kaputt. Zudem ist eure Sicherheit nur auf den gekennzeichneten Wegen gegeben. Wenn ihr Blumen, Pilze oder Kräuter sammelt, lasst bitte das Wurzelwerk stehen und pflückt die (gesetzlich erlaubten) Mengen, damit sich der Bestand erholen kann. Wer einen Wanderstock braucht, sucht bitte am Boden liegendes Altholz und schneidet nicht einfach einen Ast eines lebenden Baums ab. Vorteil: Altholz ist sehr stabil und weniger harzig!

Das Schöne an diesen einfachen Benimmregeln ist: Halten wir alle uns daran, haben wir alle mehr Spaß beim Wandern und können unsere wunderschöne Bergwelt in Zauchensee noch lange genießen!

Alpenblumen mit Weidevieh im Hintergrund
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