Live dabei Ski amadé in Salzburg
Blick auf den See im Sommer in Zauchensee
23.Jul.2020

Das Bergwetter verstehen

Im Gebirge kann das Wetter jederzeit umschlagen: Wer morgens bei strahlendem Sonnenschein die Wanderung beginnt, kann vor allem im Sommer schon mittags von einem Gewitter überrascht werden. Wir verraten euch, wie ihr frühzeitig die Zeichen für einen Wetterwechsel erkennen könnt und wie ihr euch bei einem plötzlichen Gewitter richtig verhaltet.

Gleich vorweg: Auch beim schönsten Wetter solltet ihr immer einen Regenschutz auf eurer Wanderung dabeihaben. Moderne Regenjacken sind aus speziellem Funktionsmaterial gefertigt, brauchen zusammengelegt kaum Platz und sind sehr leicht. Sie passen daher problemlos in jeden Wanderrucksack.

Vor eurer Tour: Wettervorhersage checken

Dank Internet und Smartphone-Apps sind tages- oder stundenaktuelle Wetterprognosen jederzeit mit wenigen Klicks für jeden abrufbar. Vorhersagen, die über drei Tage hinausgehen, solltet ihr prinzipiell mit Vorsicht behandeln: Gerade im Sommer können sich jederzeit und überall lokale Gewitter bilden. In Österreich ist die ZAMG (Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik) wohl die genauste Adresse für Wetterwarnungen, das Bergwetter und Wetterprognosen für ganz Österreich. Idealerweise informiert ihr euch am Vorabend über die Wetteraussichten in eurem Wandergebiet und schaut euch in der Früh vor eurem Aufbruch die Tagesvorhersage noch einmal an. Aktuelle Wetterprognosen samt Webcams für den Live-Blick in das Wandergebiet Zauchensee findet ihr hier auf unserer Website.

So erkennt ihr frühzeitig schlechtes Wetter

  • Luftdruck. Bei schönem Wetter herrscht hoher bzw. steigender Luftdruck, bei schlechtem Wetter niederer bzw. fallender. Merkt ihr unterwegs, dass der Luftdruck schnell fällt, ist das ein Zeichen für einen baldigen Wetterumschwung. Den Luftdruck könnt ihr zum Beispiel über eure Armbanduhr messen. Viele Sportuhren haben einen integrierten Höhenmesser. Der funktioniert in der Regel über einen Barometer, der den Luftdruck am Standort misst und darüber die wahrscheinliche Höhe errechnet. Dabei gilt: Mit zunehmender Höhe nimmt der Luftdruck ab. Wenn ihr euch also eine Zeitlang auf gleichbleibendem Höhenniveau bewegt, die angezeigte Höhenangabe aber steigt, bedeutet das fallenden Luftdruck.
  • Wind. Ost- oder Nordwinde bringen gewöhnlich stabiles Schönwetter, West- oder Südwestwinde eher wechselhaftes oder regnerisches Wetter. Wenn ihr aus Höhlen oder Schächten einen kalten Luftzug bemerkt, ist das ein weiterer Indikator für eine Wetterverschlechterung. Bei Tiefdrucklage steigt die kalte, feuchte Luft aus dem Inneren von Höhlen nach oben und zieht als Wind aus der Höhle hinaus. Dasselbe gilt für Morgennebel: Bleibt er den ganzen Tag im Tal hängen, herrscht hoher Luftdruck, weshalb die feuchte Luft nicht aufsteigen kann. Wenn der Morgennebel bei einer Tiefdrucklage aber aufsteigt, können sich in höheren Luftschichten Wolken bilden, die wiederum Regen bringen.
  • Wolken. Nicht alle Wolken bedeuten Regen oder Gewitter. Wenn ihr am Morgen einen Dunstring („Halo“) um die Sonne seht oder in der Nacht der Mond davon umkränzt ist, bedeutet das eine Wetterverschlechterung in ein bis zwei Tagen. Bemerkt ihr, dass die Sonne blass hinter großflächigen Schichtwolken (Altostratus-Wolken) durchscheint, behaltet ihr den Himmel besser im Blick. Diese Wolken können binnen Stunden immer dichter werden, bis die Sonne gar nicht mehr sichtbar ist. Wenn sich darunter auch noch Haufenwolken (Cumulus-Wolken) bilden, beginnt es in wenigen Stunden zu regnen. Türmen sich im Lauf eines schwülen Sommertages ambossförmige Wolken auf (können auch wie ein Pilz oder Blumenkohl aussehen), zieht ein Gewitter auf.
  • Tiere und Pflanzen. Wenn Schwalben niedrig fliegen oder Fische häufiger aus dem Wasser springen, wird das Wetter schlechter. Der Grund dafür ist einfach: Ihre Nahrungsquelle sind Insekten, die bei Tiefdruck niedrig fliegen. Wenn Bienen in der Nähe ihres Stockes bleiben, Regenwürmer aus der Erde kommen, viele Nacktschnecken zu sehen sind und Spinnen kein Netz weben, steht Regen an. Kühe bewegen sich auf niedrig gelegene Weideplätze und Rehe verlassen den schützenden Wald nicht mehr, wenn es bald zu regnen beginnt. Auch Pflanzen bereiten sich frühzeitig auf Schlechtwetter vor: Tannenzapfen schließen ihre Schuppen, Blumen ihre Blüten. Wenn ihr bemerkt, dass Bäume und Blumen einen besonders intensiven Duft verströmen, ist schlechtes Wetter im Anmarsch.

Gewitter ist nicht gleich Gewitter

Es gibt zwei Arten von Gewittern, das Frontgewitter und das Wärmegewitter. Der erste Gewittertyp geht mit einer Kaltfront und eventuell einem Wettersturz einher. Frontgewitter sind großräumig, treten unabhängig von der Tages- und Jahreszeit auf und sind gut vorhersagbar. Wird ein solches Gewitter von den Meteorologen vorhergesagt, solltet ihr an diesem Tag auf Bergtouren verzichten.

Wärmegewitter treten vor allem im Sommer während Schönwetterperioden auf. Sie lassen sich über Beobachtung der Wolken gut vorhersagen: Wachsen kleine Haufenwolken zu immer größeren Wolkentürmen (Ambossform) an, müsst ihr schnell Schutz suchen. Ein Wärmegewitter ist zeitlich und örtlich begrenzt. Es kann sehr heftig ausfallen, bedeutet aber keine längere Schlechtwetterperiode.

So schützt ihr euch bei einem Gewitter am Berg

Wenn ihr euch in der Nähe von Schutz- oder Berghütten befindet, sucht sie bitte umgehend auf und wartet das Gewitter ab. Der Himmel klart nach einem Wärmegewitter schnell wieder auf und ihr könnt eure Wanderung fortsetzen. In Zauchensee hat zum Beispiel die Gamskogelhütte täglich bis voraussichtlich 20. September geöffnet (außer es regnet schon am Morgen, dann bleibt sie geschlossen).

Bemerkt ihr während des Aufstiegs zunehmende Zeichen für eine Wetterverschlechterung, ist es ratsam, die Tour abzubrechen und lieber früher wieder ins Tal abzusteigen. Überrascht euch das Gewitter an einer exponierten Stelle wie am Grat oder Bergrücken, auf einer Erhebung oder beim Gipfelkreuz, verlasst diese Plätze so schnell wie möglich. Meidet auch alleinstehende Bäume oder Masten, drahtseilversicherte Passagen und Wasserläufe – sie ziehen Blitze an. Sucht stattdessen Schutz in Mulden und weniger ausgesetztem Gelände.

Befindet ihr euch auf offenen Flächen wie Almwiesen oder Hochebenen, hockt euch mit geschlossenen Beinen in Kauerstellung auf eine isolierende Unterlage, zum Beispiel euren Rucksack oder eine Isomatte. Wenn ihr in einer Gruppe unterwegs seid, haltet bitte Abstand zueinander. So bildet ihr keine große Erhebung und schützt euch vor Blitzen. Sollte es doch zu einem Blitzschlag kommen, vermeidet ihr außerdem, dass der Blitz auf andere überschlägt und ihr könnt anschließend dem Betroffenen Hilfe leisten.

Mit diesen Tipps seid ihr auf das Bergwetter gut vorbereitet. Wir freuen uns auf eine schöne Wandersaison mit euch in Zauchensee!

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